Kirchen & Wohlfahrt – Tarifrechner
Entgelttabellen und Rechner für Beschäftigte bei Caritas, Diakonie, AWO und DRK.
Caritas AVR
Die Caritas ist der größte private Arbeitgeber Deutschlands. Die AVR Caritas orientieren sich am TVöD, weichen aber in einigen Punkten ab. Entgeltgruppen S 1 bis E 15.
Zum RechnerDiakonie AVR DD
Die Diakonie als evangelisches Werk hat eigene Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR DD). Die Regelungen ähneln dem TVöD SuE für soziale Berufe und haben eigene Zulagen.
Zum RechnerAWO
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat eigene Tarifverträge, die sich regional unterscheiden können. Bundesweit orientieren sich die Entgelte am TVöD.
Zum RechnerDRK
Das Deutsche Rote Kreuz hat einen eigenen Tarifvertrag (DRK-RTV). Für Beschäftigte im DRK gelten besondere Regelungen für Rettungsdienst und soziale Einrichtungen.
Zum RechnerHäufige Fragen zu Kirche & Wohlfahrt
Was sind AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien)?
AVR sind keine klassischen Tarifverträge, sondern Richtlinien, die auf dem kirchlichen Arbeitsrecht basieren. Da kirchliche Einrichtungen das Streikrecht einschränken können, gibt es stattdessen den 'Dritten Weg': Arbeitsrechtliche Kommissionen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern legen die Bedingungen gemeinsam fest.
Verdiene ich bei Caritas weniger als beim TVöD?
Nicht unbedingt. Die AVR Caritas orientieren sich stark am TVöD. In manchen Bereichen – besonders im Sozial- und Erziehungsdienst (S-Gruppen) – sind die Leistungen vergleichbar oder sogar besser. Caritas bietet zudem betriebliche Altersvorsorge über die KZVK.
Gilt der TVöD bei Wohlfahrtsverbänden?
Nein, direkt gilt der TVöD nur für öffentliche Arbeitgeber (Bund, Länder, Kommunen). Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie, AWO und DRK sind private Arbeitgeber, die eigene Tarifwerke oder AVR haben. Diese orientieren sich jedoch häufig am TVöD.
Was ist der Unterschied zwischen Caritas und Diakonie?
Caritas ist das Sozialwerk der katholischen Kirche, Diakonie das der evangelischen Kirche. Beide sind großartige Arbeitgeber im sozialen Bereich mit ähnlichen AVR-Strukturen. Caritas nutzt die AVR der Caritas, Diakonie die AVR DD (Diakonisches Werk Deutschland).
Welche Zusatzleistungen bieten kirchliche Arbeitgeber?
Kirchliche Arbeitgeber bieten häufig: betriebliche Altersvorsorge (KZVK bei Caritas, EZVK bei Diakonie), Jahressonderzahlung, Kinderzuschlag, Bildungsurlaub und in manchen Fällen kirchenspezifische Zulagen. Außerdem gibt es oft eine starke Gemeinschaftskultur und sinnstiftende Arbeit.
Kann ich bei Caritas oder Diakonie als Nicht-Christ arbeiten?
Grundsätzlich ja, aber das kirchliche Arbeitsrecht erlaubt es Einrichtungen, bei bestimmten Stellen (besonders in Führungspositionen oder im Verkündigungsbereich) eine Kirchenmitgliedschaft vorauszusetzen. In sozialen und pflegerischen Berufen spielt die Konfession meist keine Rolle mehr.
Wohlfahrtsverbände als Arbeitgeber – AVR, Kirchenrecht und Tarifverträge
Die freie Wohlfahrtspflege in Deutschland umfasst rund 1,7 Millionen Beschäftigte und ist damit einer der größten Arbeitgebersektoren überhaupt. Die sechs Spitzenverbände – Caritas, Diakonie, AWO, DRK, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland – betreiben Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas, Beratungsstellen und viele weitere soziale Einrichtungen.
Anders als öffentliche Arbeitgeber (Bund, Länder, Kommunen) sind Wohlfahrtsverbände privatrechtliche Träger. Für sie gilt nicht unmittelbar der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), sondern eigene Tarifverträge oder – bei kirchlichen Trägern – Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Trotzdem orientieren sich die meisten Entgeltsysteme inhaltlich und strukturell am TVöD.
Das kirchliche Arbeitsrecht, auch als "Dritter Weg" bezeichnet, unterscheidet sich grundlegend vom staatlichen Arbeitsrecht. Während im privaten und öffentlichen Sektor Tarifverträge durch Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern entstehen (Erster und Zweiter Weg), werden AVR in paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommissionen beschlossen. Streiks sind in kirchlichen Einrichtungen grundsätzlich nicht zulässig. Dafür haben Arbeitnehmervertreter in den Kommissionen echte Mitbestimmungsrechte.
Die Caritas, das Sozialwerk der katholischen Kirche, ist mit rund 700.000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber Deutschlands. Die AVR Caritas kennen eigene Entgeltgruppen für den Sozial- und Erziehungsdienst (S-Gruppen), die dem TVöD SuE ähneln. Zusätzlich erhalten Caritas-Beschäftigte eine betriebliche Altersvorsorge über die Kirchliche Zusatzversorgungskasse (KZVK).
Die Diakonie, das evangelische Gegenstück, beschäftigt rund 500.000 Menschen. Die AVR DD (Diakonisches Werk Deutschland) regeln Vergütung, Arbeitszeit und Urlaub ähnlich wie die AVR Caritas. Die betriebliche Altersvorsorge erfolgt hier über die Evangelische Zusatzversorgungskasse (EZVK). In manchen Landeskirchen und diakonischen Werken gelten regionale Sonderregelungen.
AWO und DRK sind hingegen säkulare Verbände mit klassischen Tarifverträgen. Die Arbeiterwohlfahrt hat bundesweit Tarifverträge abgeschlossen, die sich am TVöD orientieren. Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet mit dem DRK-Reformtarifvertrag (DRK-RTV), der besondere Regelungen für den Rettungsdienst enthält. Beide Verbände unterliegen dem regulären Arbeitskampfrecht – Streiks sind möglich.
Für alle vier Verbände bietet dienstkompass.de Gehaltsrechner an. Die Rechner verwenden die aktuellen Entgelttabellen der jeweiligen AVR bzw. Tarifverträge. Da regionale und einrichtungsspezifische Zulagen stark variieren können, stellen die ausgewiesenen Beträge Orientierungswerte dar.
